Wie hoch ist meine Rente? – Sekt oder Selters

 

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Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an
Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran
Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss
Mit 66 Jahren, ist noch lang noch nicht Schluss

 

So singt Udo Jürgens vom Renteneintritt. „Da fängt das Leben an“ und man hat „Spaß daran“. Aber stimmt das heute noch? Reicht die Rente zum Leben und für die Dinge die man noch erleben möchte? Reisen, Freizeitaktivitäten. Eine Frage, die ich mir auch schone gestellt habe und die mich nachdenklich macht.

 

Das deutsche Rentensystem geht am Stock. Der „Stock“ war im Jahr 2014 eine Summe von 85 Milliarden Euro, die die Regierung zuschießen musste damit alle Rentner und Pensionäre ihre monatliche Leistung erhalten konnten. Dieser Zuschuss nimmt von Jahr zu Jahr zu und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Woran liegt das? Die Antwort ist nicht neu: Wir haben immer mehr Alte, die einen Anspruch auf eine angemessene Rentenhöhe haben und zu wenig junge Menschen, die in die Rentenkasse einzahlen. Zudem werden wir immer älter. Was natürlich schön und auch wünschenswert ist. Keine Frage. Aber für das Rentensystem ist dies eine große Belastung.

 

Kommen wir zur Rentenhöhe. Also zu dem was uns im Alter mal zur Verfügung stehen soll. Wie wird diese Rentenhöhe eigentlich berechnet? Wie kommt man auf die Rentenhöhe? Dahinter steht eine relativ einfache Formel. Sie setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

Entgeltpunkte

Dies ist der wichtigste Faktor. Er orientiert sich am aktuellen Durchschnittsverdienst eines Bundesbürgers. Dieser liegt gerundet in 2015 bei etwa 35.000€ brutto. Hat man genau diesen Betrag im Jahr verdient, entspricht das einem Entgeltpunktfaktor von 1,0. Verdiente man doppelt so viel, also 70.000€ wären das entsprechend 2,0.

 

Zugangsfaktor

Der Zugangsfaktor ist für die Berücksichtigung von Zu –und Abschlägen verantwortlich. Wenn man nun genau mit der Regelaltersgrenze, im meinen Fall mit 67 Jahren, in Rente geht, beträgt dieser Faktor 1,0. Für jeden Monat, den man früher in Rente geht, werden 0,3% von der Bruttorente abgezogen bzw. 0,003 Punkte. Geht man nun ein Jahr früher in Rente, bedeutet dies einen Abzug von 3,6%. Dann würde der Zugangsfaktor 0,964 betragen.

 

Aktueller Rentenwert

Dies ist der Wert, der einem Entgeltpunkt entspricht. Dieser wird von der Rentenkasse entsprechend der Wirtschaftslage regelmäßig angepasst. Seit dem 01.07.2015 gelten folgende Werte für einen Entgeltpunkt:

West Deutschland: 29,21€

Ost Deutschland: 27,05€

 

Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor ist davon abhängig, welche Art von Rente in Anspruch genommen wird. Entsprechend der Art ergeben sich verschiedene Faktoren. Hier eine einige in der Übersicht:

Altersrente, Rente mit voller Erwerbsminderung, Erziehungsrente: 1,0
Rente mit teilweiser Erwerbsminderung: 0,5
Vollwaisenrente: 0,2
Witwenrente: 0,55/0,6

 

Die Formel sieht dann so aus:

Entgeltpunkten x Aktueller Rentenwert x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor = Monatliche Rente

Ein Beispiel:

Herr Mustermann, mit Durchschnittsverdienst, 45 Arbeitsjahre, Altersrente mit 67

45 x 29,21€ x 1,0 x 1,0 = 1314,45€ (Bruttomonatsrente)

 

 

Ab dem 27. Lebensjahr verschickt die deutsche Rentenversicherung eine Renteninformation und einen Versicherungsverlauf. Weitere Voraussetzung ist, dass man mindestens 5 Jahre Beiträge in die Rentenkasse gezahlt hat. Mit 43 Jahren bekommt das Ganze nochmal mit den aktuellen Daten zugesandt und ab 55 Jahre dann regelmäßig, alle 3 Jahre.

 

Ich selber bin noch nicht 27 Jahre alt und habe darum noch keinen Rentenbeschied erhalten. Darum habe ich mal den folgenden Rentenrechner benutzt, um herauszufinden, was ich in etwa vom Staat erwarten kann, wenn ich mal alt und grau bin.

Meine Rentenschätzung beträgt für das Jahr 2057, dann bin 67 Jahre alt, 1186,37€. Gerechnet habe ich mit 36.000€ Jahresverdienst, was aktuell sogar knapp über dem Durchschnitt in Deutschland liegt. Also ganz ehrlich: Weite Sprünge kann man damit nicht machen und ich hatte echt mehr erwartet. Wenn man davon nun Miete, Einkaufen, Auto usw. bezahlen muss…. Da bleibt nicht viel übrig. Wenn es überhaupt reicht. Hier kannst du mal ausprobieren, wie hoch deine Rente ist bzw. wie hoch deine Rentenschätzung ist.

 

Nun solltest du dir die Frage stellen, reicht mir das? Oder anders: Reicht das überhaupt zum Leben aus? Ich will mich nicht auf die Rente verlassen. Selbst wenn ich diese knapp 1200€ mit 67Jahren dann mal bekommen würde, finde ich das doch schon ziemlich knapp. Außerdem gehe ich davon aus, dass es sowieso irgendwann eine Art Einheitsrente geben wird, falls das Rentensystem nicht grundlegend überarbeitet wird. Jeder wird gerade so viel bekommen, dass er so gerade über die Runden kommt. Aus diesen Gründen ist es enorm wichtig, dass man selber frühzeitig aktiv wird und an seine Altersvorsorge denkt. Dabei ist es erstmal egal, was man macht. Sei es Riesterrente, Bausparen, Lebensversicherung, die eigene Immobilie, Aktien oder Geld unter Kopfkissen spart. Hauptsache man tut überhaupt irgendwas, um im Ruhestand nicht voll kommen von der gesetzlichen Rente abhängig zu sein.  Mein Weg ist es, mit dem Aufbau von passive Einkommen mich von dieser Abhängigkeit zu befreien. Dabei versuche ich verschiedene Formen des passiv Einkommens zu generieren, um sozusagen „mehrere Standbeine“ zu haben. 

 

Umfrage – wie hoch sollte deine Rente (inkl. passive Einkommen) sein?

Wie hoch ist deine Rente/Rentenschätzung?

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