Nebenberuflich selbständig – so klappt es

Immer mehr Menschen in Deutschland sind nebenberuflich selbstständig. Die Gründe dafür sind vielfältig: viele wollen so ihr Hobby zum Beruf machen oder erst einmal austesten, ob eine neue Geschäftsidee überhaupt Potenzial hat. Doch ganz egal aus welchem Grund man sich für die nebenberufliche Selbstständigkeit entscheidet, wichtig ist, dass man im Vorfeld einige Punkte beachtet, damit aus einer zündenden Idee am Ende kein geplatzter Traum wird.

 

1.Sich selbst unter die Lupe nehmen

Doch bevor es mit der Planung überhaupt losgeht, sollte man sich selbst fragen: „Will ich das überhaupt und bin ich dieser Aufgabe gewachsen?“ Denn nicht jeder ist zum Gründen geboren. Und eines steht fest: Gründen ist anstrengend und erfordert eine Menge Disziplin. Durch die Doppelbelastung des Hauptberufs ist Freizeit eher Mangelware. Wer sich mit dieser Tatsache arrangiert, und bereit ist, auch Niederlagen einzustecken, kann zum nächsten Schritt übergehen.

 

2.Einen Businessplan aufstellen

In eine neue Geschäftsidee sollte man sich nie Hals über Kopf stürzen. Damit aus einer Idee am Ende tatsächlich ein gewinnbringendes Geschäft wird, braucht es eine Strategie, mit der man sein Ziel verfolgt. Grundlage hierfür ist ein Businessplan. Er fasst das gesamte Vorhaben detailliert zusammen. Dabei steht vor allem die finanzielle Kalkulation im Mittelpunkt: wie groß ist das Startkapital, welche Investitionen sind nötig und vor allen Dingen, welche Ziele möchte ich in welchem Zeitraum erreichen? Was einen guten Businessplan ausmacht, steht in dieser Anleitung.

 

3.Die nebenberufliche Tätigkeit anmelden

Steht der Businessplan, ist es an der Zeit, die nebenberufliche Tätigkeit anzumelden. Freiberufler melden sich direkt beim Finanzamt an. Wer gewerblich sein Geld verdient, wie zum Beispiel Handwerker oder Ladenbesitzer, muss sich beim örtlichen Gewerbeamt anmelden und bekommt gegen eine Anmeldgebühr von ungefähr zehn bis 40 Euro die jeweiligen Unterlagen des Finanzamts zugeschickt. Wer sein Gewerbe nicht anmeldet, macht sich strafbar.

 

4.Den Arbeitgeber informieren

Wer zusätzlich zu seinem Hauptberuf noch nebenberuflich selbstständig ist, sollte darüber seinen Arbeitgeber informieren. Zwar ist man dazu rechtlich nicht verpflichtet, unter Umständen sind in Arbeitsverträgen aber Klauseln enthalten, die eine Nebentätigkeit genauer regeln. Völlig verbieten darf der Arbeitgeber den Nebenberuf dennoch nicht, trotzdem gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Die Leistungsfähigkeit im Hauptberuf sollte nicht unter der Nebentätigkeit leiden.
  • Für Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse gilt weiterhin absolute Diskretion.
  • Urlaubstage stehen nicht für nebenberufliche Tätigkeiten zur Verfügung.
  • Im Krankheitsfall darf die Genesung im Hauptberuf nicht durch den Nebenberuf beeinflusst werden.
  • Auch wenn man zusätzlich selbstständig ist, gelten weiterhin die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes.
  • Beim zusätzlichen Verdienst durch die Nebentätigkeit gibt es trotz des Hauptberufs keine Grenzen.

Entsteht durch die Nebentätigkeit jedoch eine Konkurrenzsituation für den Arbeitgeber, braucht man in jedem Fall seine Zustimmung.

 

5.Steuer- und Versicherungspflichten klären

Neben den arbeitsrechtlichen Pflichten sind nebenberuflich Selbstständige von Steuer- und Versicherungspflichten nicht befreit, denn schon kleine Nebeneinkünfte müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Hier sollte man besonders folgende im Auge behalten:

  • Umsatzsteuer: Sie wird nicht erhoben, wenn der Umsatz im Vorjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro vermutlich nicht überschreiten wird. In diesem Fall greift die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Mit diesem Rechner kann man überprüfen, ob diese Regelung auf einen selbst zutrifft.
  • Gewerbesteuer: Sie wird ab einem Gewinn von 24.500 Euro fällig. Freiberufler sind hier ausgenommen.
  • Einkommenssteuer: Ein Gewinn von mehr als 410 Euro im Jahr aus der Nebentätigkeit muss versteuert werden.
  • Krankenversicherung: Entfallen auf die Nebentätigkeit maximal 18 Stunden pro Woche, darf man in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Das gleiche gilt für die Rentenversicherung mit Ausnahme von Lehrern, Hebammen, Erziehern und Handwerkern.
  • Unfallversicherung: Birgt die Nebentätigkeit ein erhöhtes Unfallrisiko, dann sollte man über eine zusätzliche Versicherung nachdenken.

Wer bei seiner Buchhaltung zwischen Belegen und Rechnungen nicht den Überblick verlieren will, kann dafür eine Software verwenden. Die Vorteile einer solchen Software und für wen sie sich eignet, sind in diesem Anleitung noch einmal zusammengefasst.


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