Haushaltsbuch führen sinnvoll? – Kleiner Aufwand mit großem Nutzen – Finde deine Kosten heraus!

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Wenn man die Menschen fragt, wofür sie ihr Geld in diesem Monat alles ausgegeben haben, wissen die meisten dies gar nicht so genau. Klar! Denn keiner kann sich alles merken, was er oder sie in einem Monat alles kauft und wofür Geld ausgegeben wird. Erst recht nicht die genaue Summe. Genau hier liegt das Problem der meisten Menschen. Sie geben ihr Geld einfach aus, bis alles weg ist. Viele sind der Meinung, wenn sie nun 1000€ mehr verdienen würden, dann wäre am Ende des Monats auch etwas übrig. Ich sage: Das ist falsch! Denn das Geld reicht nie. Auch wer 10.000€ im Monat verdient, wird sagen, dass sein Geld kaum reicht. Ein wesentlicher Grund ist, dass man keinen Überblick hat, wohin das ganze Geld jeden Monat verschwindet. Auch wenn es oft nur kleine Beträge sind. Drei 2€ für den Kaffee-To-Go hier, 4€ für eine Zeitschrift da und für 3€ noch eben ein paar Brötchen. In einem ganzen Monat kann das eine beträchtliche Summe ergeben, die man wahrscheinlich so nicht erwartet hätte. Das inzwischen sehr beliebte „mal eben mit der Kreditkarte oder der EC-Karte bezahlen“, trägt sein Übriges dazu bei.

Die Lösung für dieses Dilemma ist das Führen eines Haushaltsbuches.

 

Ein Haushaltsbuch führen – So gehst du am besten vor!

Zunächst einmal, was ist überhaupt ein „Haushaltsbuch“? Na ja, eigentlich ist es lediglich eine Auflistung der eigenen Einnahmen und Ausgaben, also eine ziemlich simple Sache. Damit du dir aber nicht einfach eine unübersichtliche Liste zusammen schreibst, ist es sinnvoll eine gewisse Einteilung vorzunehmen. Die erste Einteilung ist die Trennung von Ein- und Ausgaben. Die Einahmenseite enthält meist nicht so viele einzelne Posten (z.B. Gehalt, Mieteinkünfte, Unterhalt) und man muss hier nicht unbedingt Kategorien bilden.

Bei den Ausgaben sieht das schon anders aus. Hier sind Kategorien unverzichtbar, können aber natürlich individuell gewählt werden. Ich würde folgende Kategorien für die Ausgaben vorschlagen:

  • Wohnen: Miete, Strom, Wasser usw.
  • Lebensmittel: Wocheneinkäufe, Getränke 
  • Kommunikation: Handy, Telefon, Internet
  • Freizeit
  • Kleidung
  • Mobilität: Tanken, Reparaturen, Nahverkehr-Tickets
  • Hygiene & Drogerie
  • Gesundheit: Apotheke- und Arztrechnungen
  • Versicherungen
  • Sonstiges

Aus der Erfahrung zeigt sich, das eine Einteilung in Kategorien wichtig ist, aber man sollte nicht zu viele Einzelkategorien aufmachen, denn dies macht die Pflege viel aufwendiger und zeit intensiver, was evt. dazu führt, dass man das Ganze schnell wieder sein lässt.

Haushaltsbuch führen? Wofür eigentlich der Aufwand? 

 

Der große Nutzen für dich und

die Grundlage für deine Finanzen

Vielleicht fragst du dich, welchen konkreten Nutzen dir das Führen eines Haushaltsbuches nun bringt.

1. Überblick über Einnahmen und Ausgaben

Wenn du ein Haushaltsbuch führst, siehst du endlich wofür du dein Geld Monat für Monat ausgibst. Du bekommst einen Überblick in welchen Bereichen du wie viel Geld ausgibst. Dies ist die Grundlage um Kontrolle über die eigenen Finanzen zu bekommen.

2. Sparpotenziale erkennen

Hast du alle deine Ausgaben notiert, kannst du erkennen, in welchen Bereichen du, vielleicht sogar ohne es bewusst zu wollen, besonders viel Geld ausgibst. In diesen Bereichen kannst du möglicherweise durch geringen Aufwand oder durch ein paar Konsum-Verhaltensänderungen ordentlich Geld sparen.

 

3. Planungssicherheit schaffen Grundlage für deine Finanz- und Geldanlageplanung

Führst du dein Haushaltsbuch über mehrere Monate, weißt du mit der Zeit, mit welchen Ausgaben du jeden Monat kalkulieren musst. Außerdem wirst du feststellen ob und wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt und wie viel du sparen und ggf. anlegen kannst. Dies hilft dir größere Ausgaben/ Anschaffungen besser zu planen und zu kalkulieren. Zudem ist es der Grundstein für deine zukünftige Finanzplanung. Nur wenn du weißt, wie viel Geld du sparen kannst, macht es Sinn sich über die persönliche Geldanlage & Altersvorsorge Gedanken zumachen.

 

 

Klassisch Stift & Zettel, am PC oder doch mit der App?

Heutzutage gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Haushaltsbuch zu führen. Welche Variante man bevorzugt, ist eine individuelle Entscheidung, die von den persönlichen Vorlieben abhängt. Das Wichtigste ist, dass man sich überhaupt motiviert ein Haushaltsbuch zuführen.

Haushaltsbuch führen mit Stift & Zettel

Der erste Möglichkeit, seine Ein- und Ausgaben mit Zettel und Stift zu führen. Um sich das Leben nicht ganz so schwer zu machen, sollte man sich dafür einen Monatsvordrrck erstellen, wo man die monatlichen Ein- und Ausgaben einfach einträgt. Für manche mag das funktionieren, für mich dauert das aber trotzdem einfach zu lange.

 

Haushaltsbuch führen digital am Computer

Die zweite Möglichkeit ist das Ganze digital am Computer zu führen. Dies geht um einfach und schnell und ist für mich die beste Lösung. Ich nutze dafür Excel. Ich habe mir einmal ein Grundgerüst erstellt, in das ich nur noch die Ausgaben eintragen muss. Das Programm rechnet dann alles für mich aus. Praktisch!

 

Haushaltsbuch führen mobil per App

Mittlerweile ist ja fast schon normal fast alles mit dem Smartphone zu machen. So kann man auch sein Haushaltsbuch mit dem Smartphone führen. Dafür gibt es verschiedene Apps. Ich selber habe damit keine Erfahrung und finde es auch nicht so ganz praktisch. Ich kann das Haushaltsbuch wahrscheinlich nur über Umwege ausdrucken, die Kategorisierung ist meist vorgegeben und zudem spielt für mich auch noch der Punkt Datensicherheit eine Rolle. Aber das ist lediglich meine Meinung. 

Mein Smartphone nutze ich allerdings schon regelmäßig für mein Haushaltsbuch: Denn immer wenn ich keinen Bon oder Beleg bekomme, dann notiere ich mir kurz meine Ausgabe und den Betrag. Denn man kann sich ja schließlich nicht alles merken.

 

Hier noch 3 Tipps zum Haushaltsbuch führen

Damit es auch klappt mit dem Haushaltsbuch führen, habe ich dir heir noch drei Tipps zusammen gestellt, die mir sehr geholfen haben wirklich konsequent dabei zu bleiben und die noch so kleinste Ausgabe festzuhalten.

Haushaltsbuch führen –  Tipp Nr. 1: Lass Dir immer eine Quittung bzw einen Bon geben

Wie ich schon erwähnte, kann sich niemand alle seine Ausgaben und die genauen Beträge im Kopf behalten. Daher solltest du dir immer den Beleg bzw. den Bon geben lassen und diesen dann am besten in dein Portemonnaie verwahren, bis du ihn in dein Haushaltsbuch übertragen hast. Bei Ausgaben, bei denen du kein Beleg bekommst, zum Beispiel für das Eis beim Eiswagen, notierst du die die Ausgabe eben schnell in den Notizen deines Smartphones. 

  

Haushaltsbuch führen –  Tipp Nr. 2: Vermeide es mit Karte zu zahlen

Dieser Tipp ist besonders am Anfang und für jüngere Leute sehr zu empfehlen: Zahle möglichst immer in bar und nicht mit Karte. Das hat mehrer Vorteile. Du hast ein viel besseren Überblick, wie viel Geld du schon ausgegeben hast, denn es ist ja nicht mehr in deinem Geldbeutel. Zahlst du mit Karte, müsstest du ja andauernd deinen Kontostand checken, was sehr wenige Leute machen. Zudem wird dir viel bewusster, wie viel Geld du gerade ausgibst, wenn du mit Bargeld bezahlst. Überleg dir einfach mal wie das Gefühl ist, wenn du beim Shoppen 100€ über die Ladentheke reichst und wie es ist, wenn du nur die Karte übergibst und deinen PIN eintippst. Das hat mir sehr geholfen über manche unnütze Ausgabe zu vermeiden.

 

Haushaltsbuch führen –  Tipp Nr. 3: Pflege dein Haushaltsbuch mindestens einmal die Woche

Gerade zu Beginn fällt es vielen schwer das Haushaltsbuch regelmäßig zu pflegen. Es ist so ähnlich wie mit dem Sporttreiben. Darum sollte man feste Termine vornehmen, an dem man sich hinsetzt und alle getätigten Ausgaben eingibt bzw aufschreibt. Das kann zum Beispiel ein fester Tag in der Woche sein. So wird es wird praktisch zu Routine und gehört irgendwann dazu, wie das regelmäßige Zähneputzen.

 

Schlussworte & wie ich mein Haushaltsbuch führe

Vielleicht konnte ich dich ja mit diesem Artikel überzeugen, endlich mal dein eigenes Haushaltsbuch zu führen. Ich kann dir sagen, es wird dir auf jeden Fall helfen. 

Ich selber führe nun schon mehrere Jahre ein Haushaltsbuch und kann so genau sehen, wie sich meine Ausgaben entwickeln und kann dadurch meine persönliche Finanzsituation optimal planen. Einmal die Woche setzte ich mich hin und übertrage alle Ausgaben, die in der Woche angefallen sind. Dauert keine 10 Minuten und geht schnell von der Hand.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Haushaltsbuch? Führst du bereits eins und hat es dir geholfen? 

Vielen Dank für’s Lesen.

 


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6 Kommentare

  1. wirtschaftswaise

    Wir führen seit Jahren ein Haushaltsbuch in Form einer Excel-Tabelle, die am Familien-PC immer offen ist (streng genommen eine Google-Tabelle in einem Tab).
    Interessant nach mehreren Jahren: es gibt ganz wenige Veränderungen. Die prozentualen Anteile der Kosten-Arten bleiben sehr gleich.
    Noch ein Tipp: falls man mal einen Kredit beantragen will / muss, ist ein Haushaltsbuch sehr nützlich, denn die Banken verlangen relativ detaillierte Selbstauskünfte und da hat man dann schon vieles parat.

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  2. Geld Gedanken

    Hallo Sebastian,
    gerade wenn man beginnt sich mehr mit dem Thema „Geld“ auseinanderzusetzen, sollte das Führen eines Haushaltsbuches als eine Pflicht betrachtet werden. Wie Du bereits erwähnt hast, schlummern im eigenen Konsumverhalten immense Einsparpotenziale, die man nur finden kann, wenn wirklich alles einmal detailliert zu Papier (resp. Excel) gebracht wurde.
    Ich selbst habe über zwei Jahre ein Haushaltsbuch in einer ausgeklügelten Excel-Liste geführt. Aktuell tue ich das nicht mehr, da ich meine Ausgaben mittlerweile sehr gut im Griff habe. Trotzdem mache ich noch regelmäßig eine Art „Budgetplanung“, indem ich grob die anfallenden Kosten für die nächsten Monate einkalkuliere.

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  3. Stefan

    Hallo
    Ich führe auch schon mehrere Jahre ein Haushaltsbuch. Zu erst habe ich jede Ausgabe einzeln in eine Excel eingetragen, später bin ich dazu übergegangen alles in eine Applikation einzutragen (wegen datenkonsistenz habe ich den Export dann auch in die alte Excel eingetragen). Da ich das Haushaltsbuch auch auf die Ausgaben meiner Frau erweitert habe (sie unterstützt mich aber nicht dabei) und wir fast nichts bar bezahlen, ordne ich jetzt nur noch den Abbuchungen Kategorien zu. Der Export geht bequem direkt beim online banking als csv und die Daten überführe ich ebenfalls in die UrsprungsExcel. Geht super schnell und Vergleichbarkeit ist gegeben. Die Stände unserer Konten rufe ich alle 1-2 Tage übers Handy ab. Gerne würde ich noch mehr automatisieren aber bisher noch keine gute Lösung gefunden.
    Viele Grüße
    Stefan

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  4. Rita Stegmann

    Hallo Sebastian.
    Das ist ein toller Artikel. Ich finde ebenfalls, dass ein Haushaltsbuch zu den Grundfesten der persönlichen Finanzwelt gehören muss. Ich selber führe auch schon seit mehreren Jahren ein Haushaltsbuch. Inzwischen nicht mehr ganz 100%ig detailliert. Da sich mit den Jahren gewisse Grundmuster herauskristallisiert haben.
    Aber ein Haushaltsbuch ist ein Must-have.

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  5. Hobbyinvestor

    Ich habe seit ein paar Jahren eine sehr passive und automatische Version eines Haushaltsbuches.
    Dazu nutze ich die App Finanzblick.
    Man sollte zwar gern mit Karte zahlen und kein Datenschutz Fetischt sein. Wer damit leben kann, bekommt ein Haushaltsbuch ohne den geringsten Aufwand.

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    1. Sparfuchs (Beitrag Autor)

      Hi, danke für den Tipp mit der App Finanzblick.
      Das mit dem Kartenzahlen, sehe ich ein wenig anders, aber jeder muss da auch seine individuelle Strategie finden.

      Wenn ich mit Bargeld zahle, habe ich einen viel besseren Überblick über meine Ausgaben und es fällt mir dann auch leichter das Haushaltsbuch zu führen.

      VG
      Sebastian

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