Der Aktien Check – Wie erkenne ich eine gute Aktie

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Wenn jemand sich nun entschieden hat, in Aktien zu investieren, kommt er oder sie schnell zu der Frage: Woran erkenne ich jetzt, ob dies nun eine „gute“ Aktie ist, dass heißt das Unternehmen solide aufgestellt ist, Gewinne erwirtschaftet, eine Dividende zahlt und möglichst nicht in den nächsten Jahren pleite ist? Denn es gibt ja an der Börse ein Meer von Aktien, wo man leicht den Überblick verlieren kann.

 

Um nun eine Aktie einschätzen zu können, gibt es viele verschiedene Zahlen und Werte, die man zum Teil errechnen muss/kann und welche, die das Unternehmen regelmäßig veröffentlichen muss. Nämlich u.a.  Jahreszahlen, Quartalszahlen oder auch Schätzungen. Für den „Laien“ ist diese Zahlenflut mehr als unübersichtlich und es sehr zeitaufwendig diese alle zu analysieren. Ich versuche das Ganze so einfach wie möglich zu halten, damit man schnell sich einen Überblick über eine Aktie verschaffen kann und seine Schlüsse daraus ziehen kann. Sicherlich gibt es noch einige Zahlen und Werte die Hilfreich für die Bewertung einer Aktie sind. Aber ich möchte nicht Stunden damit verbringen, eine einzelne Aktie zu analysieren, sondern möchte schnell und einfach zu einer Bewertung kommen. Schließlich bin ich auch kein Profibanker oder Profi eines Finanzinstituts, der den Ganzen Tag nichts anderes macht.

 

Darum sind hier die für mich wichtigsten Bewertungskriterien für eine Aktie – Der Aktien Check:

 

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite sollte nicht unter 2,5% liegen. Das Ziel ist es ja passives Einkommen durch eine regelmäßige Dividende zu erhalten. Also ist es ja prinzipiel gut umso höher die Dividendenrendite ist. Wichtig ist aber, dass man gerade bei sehr hohen Dividenden von zum Beispiel 7%, 8% oder höher skeptisch hin schaut. Häufig wird die Dividende hier als Lockmittel eingesetzt und es handelt sich nicht um eine solide Anlage.

 

Regelmäßige Zahlung der Dividende (letzten 5-10 Jahre)

Die Regelmäßige Zahlung der Dividende ist ein wichtiges Indiz dafür, ob auch in Zukunft eine regelmäßige Dividende gezahlt wird. Hier schaue ich mir die letzten 5-10 Jahre an, ob immer eine Dividende gezahlt wurde. Es gibt sogar Unternehmen, die seit über 100 Jahren regelmäßig eine Dividende ausschütten. Viele Leute legen viel Wert darauf, dass in der Vergangenheit die Dividende nicht gekürzt wurde. Ich sehe das nicht ganz so eng. Klar, dass ich hier auch genauer hinschaue. Aber wenn in einer Krise nicht genug  Gewinn erwirtschaftet wurde um die Dividende aufrechtzuerhalten und dann diese aus dem Firmenkapital gezahlt wird, bin ich bereit eine Kürzung der Dividende in Kauf zu nehmen. Klar ist aber auch, dass Unternehmen, die auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten Gewinn erwirtschaften und eine Dividende zahlen können, als Investment deutlich interessanter sind.

 

Ausschüttungsquote niemals über 100%

Die Dividende sollte immer aus den erwirtschafteten Gewinnen heraus finanziert werden. Wenn der Gewinn nicht ausreicht um die Dividende zu decken, diese aber dennoch ausgezahlt wird bedeutet das, dass der Rest aus dem Kapital des Unternehmens gezahlt werden muss.

Beispiel:

Unternehmen X schüttet 1€ pro Aktie aus. Sie hat einen Gewinn pro Aktie von 0,80€ erwirtschaftet. Die 0,20€ Differenz wird dann aus dem Kapital finanziert. Für mich ein absolutes No-Go!

Die Formel um die Ausschüttungsquote zu bestimmen lautet:

Dividende/ Gewinn pro Aktie

Bsp: 1€ / 2€ = 50%

 

Marktkapitalisierung: min. 10 Mio €

Die Marktkapitalisierung auch ein wichtiges Indiz, in Bezug auf Risiko. Bei Unternehmen die eine Marktkapitalisierung unter 10 Mio. € aufweisen, ist das Risiko einer Pleite höher als bei einem „Riesen“ mit 100 Mio. €. Größere Unternehmen überleben eine Krise im Zweifel besser als kleine.

 

Fremdkapitalquote: Höchstens 80%

Der Grad der Verschuldung ist ein weiteres Kriterium, der das Risiko einer Aktie darstellt. Dies ist auch relativ einfach: Je höher der Anteil an Fremdkapital, desto höher ist auch das Risiko. Eine Ausnahme bilden hier: Banken und Versicherungen.

 

KGV: unter 20

Durch Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, wird einfach und schnell dargestellt, wie „teuer“ die Aktie zurzeit ist. Hilfreich ist es auch, das aktuelle KGV mit dem KGV der letzten Jahre zu vergleichen und auch wie die KGVs gleichwertiger Unternhmen zur Zeit sind. Kurz gesagt kann man sagen, je niedriger das KGV, umso besser.

Zum vergleich: Der DAX hat ein durchschnittliches KGV von ca.14.

 

Manchmal ist es so, dass einer dieser Kriterien nicht meinen Vorgaben entspricht. Zum Beispiel ist die Dividendenrendite kleiner als 2,5% oder das KGV größer 20 usw. Dann überlege ich mir ob ich ob ich wenn ich von der Aktie überzeugt bin, trotzdem zu investieren. Oder behalte diesen Wert zumindest erstmal unter stärkerer Beobachtung. Dies ist aber dann eine individuelle Entscheidung.

 

Neben diesen Kennzahlen schaue ich auch auf einige andere Dinge, die ich in meine Bewertung mit einfließen lasse:

  • die aktuellen Pressemeldungen, die ich zu der Aktie finden kann
  • allgemeine Markteinschätzung
  • Branchenstimmung

 

Der Aktien Check zusammengefasst:

Dividendenrendite: min. 2,5%

Regelmäßige Zahlung der Dividende (letzten 5-10 Jahre)

Ausschüttungsquote niemals über 100%

Marktkapitalisierung: min. 10 Mio

Fremdkapitalquote: Höchstens 80%

KGV: unter 20

 

Habt ihr für euch auch Kriterien festgelegt, an denen ihr eine Aktie bewertet?

Wie viel Zeit investiert ihr dafür?


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1 Kommentar

  1. Sascha

    Hallo Sebastian,
    gute Zusammenfassung über die Auswahl von Aktien möglichst zuverlässiger Unternehmen. Bei der Ausschüttungsquote würde ich sogar maximal 60%-70% als sinnvoll ansehen. Bei einem Gewinnrückgang muss dann nicht gleich die Dividende gekürzt werden. Darüber hinaus bleiben dem Unternehmen noch finanzielle Mittel für Investitionen übrig. Einen Teil des Gewinns sollte ein gutes Unternehmen immer dafür einsetzen um zu wachsen, so dass auch jährliche Dividendensteigerungen möglich sind.
    Gruß
    Sascha

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